Sonntag, 30. November 2008

Advent, Advent die Sonne brennt ...



Ihr werdet es nicht glauben, aber auch ich komme langsam in Weihnachtsstimmung dank der unzaehligen Vorweihnachtsdekorationen. Etwas seltsam mutet es schon an, bei 25 Grad und Sonne "bekugelte" Tannenbaueme zu sehen und "Frosty the Snowman" oder "White Christmas" auf den Strassen zu hoeren, aber besser als gar nichts ist es allemal.


Mit ein paar Weihnachtsimpressionen aus Australien moechte ich euch allen eine schoene Vorweihnachtszeit wuenschen und immer dran denken ... nicht vom Weihnachtsstress einfangen lassen ;-)


Flotter Dreier

Ich hatte ja bereits erwaehnt, dass ich mir die Zeit im Indian Pacific mit zwei Deutschen beim Skatspielen verkuerzt habe. Da es schon im Zug mit den beiden Jungs recht lustig war, zoegerte ich auch nicht lange als es darum ging, ob wir noch ein Stueck weiter zusammen reisen wollen. Die beiden hatten bereits im Voraus fuer die Strecke von Adelaide nach Sydney einen Dreier-Wicked-Camper gemietet und da hab ich mich dann einfach bis Melbourne mit "reingedraengelt". Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn so richtig viel Platz ist halt in so 'nem kleinen Campervan doch nicht, aber wir haben es alle ohne groessere Quetschungen ueberstanden ;-)

Unsere Reise fuehrte uns wieder an viele nette Orte: in suesse Hafenstaedtchen, in den Grampians Nationalpark, dessen Wasserfaelle trotz derzeitiger Duerreperiode ein tolles Stueck Natur sind und natuerlich entlang der Great Ocean Road. Diese legendaere Kuestenstrasse mit ihren zerkluefteten Felsformationen hat's mir wirklich angetan - einfach atemberaubend.

Wie immer gingen auch die 7 Tage gemeinsamen Reisens mit den Jungs viel zu schnell vorbei und so hiess es letzten Freitag abschied nehmen. Die beiden fahren weiter Richtung Sydney und ich mache mir ein paar schoene Tage in Melbourne.

Im ersten Moment hat mich die 3,5 Millionen-Stadt mit ihren Hochhaeusern und Unmengen von Autos und Menschen doch recht erschlagen. Aber nachdem ich heute stundenlang ueber Troedelmaerkte geschlendert bin (und viel zu viele Sachen gekauft habe, die ich gar nicht brauche ;-) ), zusammen mit Barbara (ja die hab ich hier wieder getroffen - so klein ist Australien) schon etliche der unzaehligen Strassencafes erprobt habe, wirklich lustigen Strassenkuenstlern bei ihrer Arbeit zugesehen habe und am Abend von der Yarra-River-Promenade aus die Skyline bewundern konnte, find ich's hier einfach nur klasse. Bis Freitag werd ich's mir hier richtig gut gehen lassen, dann geht's mit dem Greyhound-Bus weiter nach Canberra und dann nach Sydney, die letzte Station meiner Reise ...

Entschuldigt, dass meine Berichte jetzt zum Ende hin nicht mehr ganz so ausfuehrlich sind, aber mit der Zeit merke ich wirklich, wie mich die ganzen Eindruecke hier einfach nur "ueberfluten" und ich das ganze gar nicht mehr so richtig in Worte fassen kann. Lasst die Bilder auf euch wirken . Wenn ich zurueck in Deutschland bin, werde ich meine Sprache schon wiedergefunden haben :-)

Bis dahin seid lieb gegruesst
von mir

Donnerstag, 20. November 2008

Nie wieder Zug fahren ...

... also jedenfalls keine 2600 Kilometer am Stueck. Ich habe gerade 42 Stunden von Perth nach Adelaide im Zug - diesmal nicht der "Ghan" sondern der "Indian Pacific" - verbracht. Wie bei der Fahrt mit dem Ghan fand ich auch diesmal die Atmosphaere im Zug supertoll und habe es genossen, die eintoenige Outbacklandschaft an mir vorbeiziehen zu sehen. Aber nachts ist es einfach nur schrecklich, da man in den Sitzen einfach keinen Schlaf findet. Gott sei dank hab ich gleich am Bahnhof 2 Deutsche kennengelernt. Mit Skat spielen, Kreuzwortraetseln und genuegend Whiskeycola im Bordbistro haben wir uns die halbe Nacht um die Ohren geschlagen und unbequemes Schlafen einfach vermieden. Dementsprechend muede bin ich jetzt natuerlich auch, deshalb gibt' s heute nur dieses ganz kurze Lebenszeichen von mir - alles weitere schaut ihr euch einfach in der Diaschau an, gell?
Verschlafene Gruesse an euch alle :-)

Sonntag, 16. November 2008

Ein bisher unbekanntes Australien

Auch wenn ich euch mit Fotos leider immer noch auf spaeter vertroesten muss (irgendwie hat sich die PC-Welt gegen mich verschworen), so will ich doch an dieser Stelle noch ein paar Eindruecke von der letzten Woche im Suedwesten des Kontinents loswerden.

In der Region um Walpole und Pemberton haben wir erstmals eine Landschaftsform gesehen, die wir so in Australien noch gar nicht hatten: Wald!!! Und zwar richtig grosse Eukalyptusbaeume mit beeindruckendem Umfang. Auch wenn die Australier diese seltenen Waelder immer noch mit Freude abholzen und das Holz exportieren, hatten wir (noch) genuegend Gelegenheit, frische Waldluft zu schnuppern. Und welch' Ueberraschung: Die Australier haben sich aus Bad Langensalza die Idee mit dem Baumkronenpfad abgekuckt ;-) - hier heisst das ganze dann "Tree Top Walk" und ist in 40 Metern Hoehe noch 'nen Zacken imposanter, aber immerhin. Noch imposanter war der "Gloucester Tree", ein Baum-"Hochsitz" in 61 Metern Hoehe, von dem aus die Waldranger frueher nach eventuellen Feuern im Umland Ausschau gehalten haben. Den Baum, in den nur ein paar Stahlstaebe gehauen sind und der sonst keinerlei Sicherung aufweist, kann man auch heute noch besteigen. Ich hatte leider nicht die richtigen Schuhe dabei und bin dann doch nach ein paar Stahlsprossen wieder umgekehrt ;-)

Ansonsten ist der Suedwesten wesentlich dichter besiedelt als der Norden Westaustraliens. Also keine einsamen Highways und Roadhaeuser mehr, sondern nette kleine Staedtchen, denen man die englischen Urspruenge in der Architektur und im Flair noch anmerkt. Die letzten Tage haben wir in Fremantle, so 'ne Art Vorort von Perth, verlebt und uns in die relaxte Atmosphaere des Staedtchens verliebt - eine komplette Strasse hier heisst umgangssprachlich "Cappucino-Strip", da konnte man ausfuehrlich Kaeffchen trinken - toll!

Ja, und jetzt aktuell erkunden wir Perth - eine 1,4 Millionen Stadt, die aber gar nicht so riesig wirkt und aehnlich wie Adelaide wieder diese tolle Mischung aus alten und neuen Gebaeuden hat. Und noch was fuer die Maedels: Heath Ledger wurde hier geboren (wusste ich vorher auch noch nicht) und da muessen wir uns natuerlich noch auf 'ne Heath-Gedaechtnisrunde begeben...

Bis demnaechst liebe Gruesse aus dem 27 Grad warmen und schon weihnachtlich geschmueckten (wirklich sehr schraeg!!!) Perth an euch alle!!!

Alles hat ein Ende ...


... so auch die gemeinsame Zeit von Barbara, mir und unserem geliebten Campervan "Skully". Schnief :-(

Nachdem wir in der letzten Woche noch ausgiebig den Suedwesten Australiens erkundet haben, hiess es fuer uns
heute in Perth Abschied nehmen. Nach 8000 gemeinsam erlebten und gefahrenen Kilometern entlang der australischen Westkueste steht Skully wieder im Wicked-Depot und Barbara und ich sind zum wirklichen Backpacker-Leben zurueckgekehrt. Ich muss mich erst wieder dran gewoehnen, das Zimmer jetzt wieder mit mehr als einer Person zu teilen, in verklebten Hostelkuechen zu kochen und mein ganzes Hab und Gut nur in meinem Rucksack zu verstauen und immer mit mir rumzuschleppen. Aber ich freue mich auch auf die verbleibenden 4 Wochen hier in Down-Under, die hoffentlich noch einiges zu bieten haben. Die naechsten 2 Tage werden wir uns ausfuehrlich Perth widmen - eine supertolle Stadt mit unheimlich viel Flair wie ich finde. Am Mittwoch geht es dann fuer mich mit dem Zug (diesmal nicht der Ghan, sondern der Indian Pacific) wieder nach Adelaide und von dort aus schlage ich mich dann irgendwie nach Sydney durch. Barbara bleibt noch etwas laenger in Perth, weil sie Sydney und das Umland schon gesehen hat. Von daher heisst es am Mittwoch nochmals Abschied nehmen: Barbara und ich setzen unsere Reise dann jeweils allein fort und sehen uns dann aber spaetestens in Sydney wieder. Soweit der Plan, wir werden sehen, wie das dann alles in echt so wird ...

Sonntag, 9. November 2008

Auf den Spuren von Roger Whittaker ... Von Geraldton nach Albany

Naja ich gebe zu, der Roger hat sicherlich ein anderes Albany besungen, denn die Berge von Northern Green umgeben uns hier nicht, aber wir befinden uns wirklich gerade in Albany und ich komme nicht umhin, die ganze Zeit dieses Lied zu singen ;-) ... und hab dafuer auch schon meine Strafe bekommen wie Ihr seht ;-)

Wir haben mal wieder eine aufregende Woche hinter uns, aber das habt ihr sicher auch nicht anders vermutet. Neben weiteren Naturkuriositaeten wie den Pinnacles (das sind bis zu 4m hohe Kalksteinsaeulen, die einfach so in der Gegend rumstehen), widerfuhr uns das sicherlich schoenste Erlebnis der Woche in der kleinen unbekannten Stadt York. Wir wollten uns eigentlich nur ein wenig in der Touristinfo umschauen. Zufaellig sahen wir, dass im Saal nebenan gerade eifrig geschmueckt wurde und neugierig wie wir sind, haben wir natuerlich nachgefragt was hier so passiert. Uns wurde dann gesagt, dass am selben Abend ein "Boot Scooter Hoedown" stattfindet. Ja genau so haben wir auch gekuckt ;-) Auf Deutsch gesagt ist das ein Tanzabend des oertlichen Linedance-Vereins, sprich alle stehen in einer Reihe und tanzen zu Countrymusik. Wir wurden dann auch gleich dazu eingeladen und nachdem wir nicht so genau wussten, wo wir mit unserem Camper in York die Nacht verbringen sollen, bot uns eine der Linedance-Ladies dann auch gleich noch an, dass wir doch einfach bei ihr auf dem Grundstueck campen koennten. Da sagt man natuerlich nicht nein. Wir haben uns dann auch sofort in unsere Gasteltern Judy und Kelvin "verliebt", die sich einfach supersuess um uns gekuemmert haben. Der Linedance-Abend war dann auch superklasse. Ich wollte bei sowas ja schon immer mal zusehen und hab mich sogar in ein, zwei Taenzen versucht, aber davon gibt's zum Glueck keine Fotos :-) Es war ein sehr gelungener Abend, auch weil wir gleich superfreundlich von allen aufgenommen wurden und jeder wissen wollte woher wir kommen, was wir so machen usw. - einfach typisch australische Offenheit (wie werd ich das in Deutschland vermissen). Ja und heute morgen durften wir dann bei Judy und Kelvin noch ein sehr leckeres Sonntagsfruehstueck geniessen. Am liebsten waeren wir hier noch etwas laenger geblieben, aber wir wollen ja noch ein bissle was von Westaustralien erkunden ... Uns bleibt naemlich nur noch eine Woche mit unserem "Scully", dann muessen wir fuer die restlichen 4,5 Wochen Australien (viel Spass beim Rechnen, Beate ;-) ) wieder zum schnoeden Backpacker-Leben zurueck.

Fotos kann ich heute leider noch nicht liefern, da der Rechner streikt. Aber die werden definitiv "nachgeliefert".

Ach ja, die "Dream-Team"-Postkarte ... Kleiner Tip: Einfach mal genau das Adressfeld studieren.
Viel Spass beim Raetseln und liebe Gruesse

Montag, 3. November 2008

Die Strasse hat uns wieder ... Von Coral Bay nach Geraldton


So richtig wollten wir uns den Schnorcheltrip in Coral Bay nicht vermiesen lassen ... Deshalb haben wir Petrus einfach ueberlistet und sind einen Tag laenger in dem Resort-Staedtchen geblieben, das uns mit seinen Touristenpreisen ansonsten eher abgeschreckt hat. Aber es hat sich wirklich gelohnt: Bei strahlendem Sonnenschein konnte ich mich am naechsten Tag zum ersten Mal im Schnorcheln erproben - und ich hab's ueberlebt ;-) Es war einfach ueberwaeltigend, die ganzen Korallen (die hier leider nicht so farbenfroh sind, da sie zu den harten Korallen gehoeren) aus der Naehe zu betrachten und von zahlreichen Fischen umgeben zu sein. Die Fische wurden von unserem Bootskapitaen durch Futter angelockt und verwechselten uns manchmal sogar mit diesem, sprich man hatte schon mal einen Fisch an sich rumknabbern - wirklich lustig.

Gluecklich, das Schnorcheln doch noch erleben zu duerfen, setzten wir am naechsten Tag unseren Trip Richtung Sueden fort, wo weitere wahre Naturschauspiele und -erlebnisse auf uns warteten: In Monkey Mia standen wir nur einen Meter entfernt von Delfinen im Wasser und durften bei deren Fuetterung mithelfen. Zahlreiche weisse Straende und tuerkisblaues Meer luden hier ausserdem zum Traeumen ein. Einige Straende bestanden aus einer meterdicken Schicht kleiner Muscheln, die durch das Salzwasser so fest miteinander "verklebt" waren, dass sie sogar in Form von "Muschelbloecken" als Baumaterial verwendet wurden.

Weiter suedlich im Kalbarri Nationalpark erlebten wir eine uns hier in Australien bislang unbekannte Vegetationszone: Wir fuhren durch eine dichte Buschlandschaft (mit zum Teil sogar Tannenbaum-aehnlichen Gewaechsen), in der als Farbtupfer pinkfarbene, blaue und gelbe Wildblumen wuchsen - und es roch so schoen nach Fruehling! Hier konnten wir auch mal wieder sehen, welch faszinierende Bauwerke die Natur erschafft - wirklich atemberaubend durch das "Nature's Window" sprich das Fenster der Natur auf den Murchison River zu blicken! In dem suessen Staedtchen Kalbarri hatten wir dann bei der morgendlichen Pelikanfuetterung mal wieder Gelegenheit zur "Nahtierbeobachtung".

Immer mal mit einem Fotostopp an einem der rauhen Felsenkliffe, vorbei an einem pinkfarbenen See und entlang unzaehliger Weizenfelder (hier ist grad Weizenernte und ich fuehl mich mit den vielen Maehdreschern schon arg an Deutschland erinnert) fuehrte uns die Fahrt gestern dann nach Geraldton - eine sehr huebsche und mit 20.000 Einwohnern auch endlich mal wieder belebtere Hafenstadt, die wir heute dann in einem ausfuehrlichen Fussmarsch erkundeten.

Soweit der aktuelle Stand der Reise. Natuerlich, liebe Beate P., mache ich auch von allen Erlebnissen zahlreiche Fotos - muessten jetzt so an die 5000 sein :-) Ich fotografiere sogar extra exotische Blueten in Nahaufnahme - nur fuer Sie ...

Liebe Gruesse von mir!